Die Arktis brennt - 50 Megatonnen Kohlendioxid in einem Monat

Am nördlichen Polarkreis wüten ungewöhnlich heftige Großfeuer auf enormen Flächen - und das schon seit Wochen. Allein im Juni bliesen die Brände 50 Megatonnen Kohlendioxid ...

Juli 8, 2019


Ob diese CO2-Freisetzungen in den Klimamodellen schon eingepreist sind? Kaum ein Klimawissenschaflter hat diese Situation zu diesem Zeitpunkt vorhergesagt. Gigantische Feuer toben in der Arktis, an Orten, wo es keine Feuerwehr und keine Löschflugzeuge gibt. Riese Flächen, Wälder & Torfböden brennen und sind nicht zu löschen. In Gebieten, die vormals kalt oder gar gefroren waren. Während die westlichen Gesellschaften noch über die Begrenzung fossiler Energien und Lösungen der Klimakrise diskutieren, werden immer neue Kipp-Punkte in der Klimakrise erreicht und wir geben unseren kleinen Handlungsspielraum völlig aus der Hand. 

Hier der Artikel aus spiegel.de vom 5. Juli 2019: https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/arktis-riesige-buschfeuer-stossen-50-megatonnen-kohlendioxid-aus-a-1276007.html 

Der nördliche Polarkreis ist nicht gerade für seine hohen Temperaturen bekannt, doch seit Wochen wüten in der Region ungewöhnlich heftige Flächenbrände. "Die jüngsten Brände waren in Bezug auf ihre Dauer und Intensität ungewöhnlich", teilte Mark Parrington vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) auf Anfrage mit. Zwar habe es auch schon vorher Flächenbrände in der Arktis gegeben, aber nicht in dieser Intensität.

Einige der Feuer könnten zu den größten der Welt gehören. Satellitenbilder legen nahe, dass mindestens fünf Brände jeweils eine Fläche von mehr als 100.000 Hektar umfassen, schrieb der Geograf Thomas Smith von der London School of Economics and Political Science auf Twitter. Ein Feuer in der russischen Republik Sacha bedeckte laut Smith eine Fläche von 50 mal 25 Kilometern. Wie viele Feuer derzeit brennen, lässt sich schwer abschätzen. Allein in Alaska brachen in den vergangenen Monaten 369 Brände aus. Viele der betroffenen Regionen liegen so abgelegen, dass die Feuer nur von Satelliten registriert werden. Aufnahmen der Erdbeobachtungssatelliten Sentinel 2 zeigen beispielsweise die Waldbrände um Batagai im russischen Sacha. Allein im Juni haben die Flächenbrände insgesamt 50 Megatonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre geblasen, zeigen Daten des Global Fire Assimilation System, das sich auf Satellitendaten stützt. Demnach sind allein in den ersten Juli-Tagen weitere 4,5 bis 5 Megatonnen hinzugekommen. Die Menge entspricht laut Parrington dem CO2-Ausstoß aus fossilen Quellen, die BulgarienUngarn und Schweden 2017 zusammen ausgestoßen haben. Dass gerade im Juli und August immer wieder Flammen am nördlichen Polarkreis auflodern, ist nicht ungewöhnlich. Viele Gebiete bestehen aus ausgedehnten Torfmooren, die sich leicht entzünden können. Besonders, wenn in den Sommermonaten die obersten Schichten des Permafrostbodens tauen. Das Fatale: Oft gerät nicht nur die Vegetation in Brand, sondern auch der darunterliegende Torf. 2017 standen ausgetrocknete Torflandschaften im Westen Grönlands wochenlang in Flammen. Forscher rechnen damit, dass die Brände in der Arktis durch den Klimawandelweiter zunehmen. Der Juni war in vielen Regionen der Welt der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Auffällig: In Sibirien brachen vor allem dort Brände aus, wo die Oberflächentemperaturen ungewöhnlich hoch waren, wie eine aktuelle Analyse des Erdbeobachtungsprogramms Copernicus zeigt. Laut Parrington lagen die Temperaturen dort bis zu zehn Grad Celsius über der Durchschnittstemperatur aus den Jahren 1981 bis 2010.