Gemeinderat Zürich verlangt Divestment aus fossilen Energien

Medienmitteilung zum Postulat für Divestment auf Unternehmen, welche auf nukleare bzw. öl- oder kohlbasierte Energie erzeugen oder dafür Rohstoffe liefern.

Markus Keller

März 31, 2017


Am 29. März 2017 überwies das Parlament der Stadt Zürich mit 74 : 45 Stimmen das Postulat Anlagerichtlinien der Pensionskasse und der Unfallversicherung, Verbot von direkten oder indirekten Beteiligungen an Unternehmen, die nuklear bzw. öl- oder kohlebasiert Energie erzeugen oder dafür Rohstoffe liefern. Dieses fordert, dass die städtische Pensionskasse und Unfallvesicherung in ihren Richtlinien festhalten, dass weder direkte noch indirekte Beteiligungen an Unternehmen gehalten werden, welche öl- oder kohlebasiert Energie erzeugen oder dafür Rohstoffe liefern. Divestment aus fossilen Anlagen erfolgt aus finanzrisikobasierten ("Kohlenstoff-Blase") und Klimaschutz-Gründen.

Mit dieser Mehrheit für Divestment aus fossilen Energien steht die Stadt Zürich nicht allein. Weltweit wurden bisher Vermögenswerte von 5.46 Billionen USD desinvestiert. In der Schweiz halten die Pensionkassen NEST und Abendrot sowie die Alternative Bank Schweiz ABS keine Anteile in fossilen Finanzanlagen. Die grösste Pensionskasse Publica stiess im Sommer 2016 alle Kohle-Beteiligungen ab, und vor zwei Wochen folgten die Pensionskasse BVK und die Bank J. Safra Sarasin.

Die Überweisung des Postulats ist ein weiterer Meilenstein in der Schweiz. Entsprechende Postulate wurden bereits in Basel-Stadt, Lausanne und Genf überwiesen. Mit Zürich sind es nun vier Stadt-Regierungen, die die Möglichkeiten zur Umsetzung eines Ausstiegs aus fossilen Energien in der Anlagepolitik der Pensionskassen und anderen Institutionen ihres Einflussbereiches prüfen müssen.

Mit dem Kimavertrag Paris hat die internationale Divestment-Bewegung starken Auftrieb erhalten und kann praktisch im Wochenrythmus neue Divestment-Versprechen bekannt geben. fossil-free.ch als Teil dieses internationalen Netzwerks freut sich über den Entscheid des Zürcher Gemeinderates und hofft, dass der Stadtrat nun dem Postulat Folge leisten wird.

Postulatstext