Polizeieinsatz am ZFF / Meinungsfreiheit unterbunden

Das Zürcher Filmfestival geht mit einer Premiere und einem Polizeieinsatz zu Ende.

Edwin Moser

Okt. 10, 2017


 

 

 

 

 

 

 

 

Der ehemalige Vizepräsident der Vereinigten Staaten, Al Gore, stellte gestern Abend seinen neuen Film, «An inconvenient Sequel: Truth to Power» vor. Gleichzeitig demonstrierten Aktivisten direkt am grünen Teppich um auf die Widersprüche des Sponsorings aufmerksam zu machen.

Video zum Divestmentprotest

Kurz vor Filmbeginn: Al Gore kommt angefahren: Grüner Teppich, Blitzlichtgewitter, Autogramme, Interviews. Perfekt inszeniert, perfekte Bilder. Doch plötzlich Unruhe, Sicherheitskräfte sind in Aktion, kurz darauf auch die Polizei. Eine Gruppe Aktivisten der Umweltorganisation “fossil-free.ch” rollte in dem Augenblick, als Al Gore den ”grünen Teppich” betritt, ein riesiges Banner aus mit der Aufschrift «Credit Suisse funds fossil fuels - Stop it! #Divest!».

Sie wollen laut Mediensprecher Markus Keller auf Widersprüche aufmerksam machen: “Wir wollen zeigen, dass gerade die Credit Suisse - einer der vier Hauptsponsoren des Festivals - iimmense Summen in die Zerstörung des Klimas investiert. Gemäss einer Studie von Greenpeace ist diese Bank z.B. verantwortlich für 1.4 Milliarden Dollar Investitionen in die Dakota Access Pipeline, die signifikant zum Klimawandel beiträgt wird und unter Verletzung von Menschenrechten durch heilige Stätten von Sioux-Völkern gebaut wurde.” [Infos zum Greenpeace Report]

Markus Keller weiter: “Wir finden es äussert schade, dass eine friedliche freie Meinungsäusserung hier unterbunden wird. Anscheinend will man solche Zusammenhänge weder Al Gore noch der Weltöffentlichkeit zumuten.”

Im nu waren nicht nur mehrere Sicherheitsleute, sondern auch die Polizei vor Ort, bevor Al Gore die Botschaft sehen konnte, denn das obligatorische Bild an der Sponsorenwand wartete.

Klimaschutz im Film ja, beim Hauptsponsor leider nicht - das ZFF sollte seine Partnerschaft mit der Crédit Suisse überdenken.