Task Force on Climate-related Financial Disclosures

Am 29. Juni 2017 sind die lange erwarteten Ergebnisse der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) veröffentlicht worden.

Juli 9, 2017


Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD)

Ende June bekannten sich Unternehmen und Finanzinstitute im Wert von rund 25 Billionen US-Dollar (19,3 T €), eine Reihe von Empfehlungen zur Handhabung des Klimawandels zu unterstützen.

Kernziel der Botschaft ist es, den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft möglichst reibungslos zu gestalten. Da Unternehmen zunehmend Maßnahmen ergreifen, um die Auswirkungen des Klimawandels auf ihre alltäglichen Operationen und langfristigen Strategien zu bewältigen, fordern eine wachsende Zahl von Investoren bessere Informationen zu diese Maßnahmen und deren Auswirkungen. Das freiwillige Rahmenwerk der TCFD für Unternehmen, klima-relevante Informationen in ihren Jahresberichten zu veröffentlichen, erhielt mehr als 300 Anregungen aus über 30 Ländern, als die Entwurfsversion im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde. Mehr als 100 Führungskräfte und ihre Unternehmen wie die Versicherungsgruppen AXA und Aviva, Öl-Riese Royal Dutch Shell, die Bergbau-Gruppe BHP Billiton und der Mischkonzern Virgin Group haben ihre Verpflichtungen zugesagt. Das Paper sorgte im Rahmen des G20 Gipfel für reichlich Diskussionsstoff.

Das 70-seitige Werk konzentriert sich im wesentlichen auf drei Grundsätze:

1) dass Daten und Fakten zum Klimawandel in den Jahresberichten und ähnlichen Berichten jeder Firma erscheinen

2) dass der Grundsatz der Wesentlichkeit eingehalten wird (sprich, dass Zahlen veröffentlicht werden, die wirklich relevanten Einfluss auf das Geschäftsergebnis einer Firma haben)

3) dass Szenarien analysiert werden, speziell das 2°C-Szenario

Weiter enthält der Bericht spezielle Empfehlungen für einzelne Branchen. Das Werk kann als grosser Meilenstein bezeichnet werden, besonders im Hinblick auf die breite Unterstützung des Privatsektors. Genauso wie im Artikel 173 des französischen Energy-Transition Gesetzes hat man auch hier auf schnelle und unspezifische Anforderungen gesetzt angesichts des kurzen verbleibenden Zeitfensters, um das Zwei-Grad Ziel noch zu erreichen. Der Plan hat in der Lobby der fossilen Brennstoffe natürlich sofort Kritik auf den Plan gerufen. Man kann diesen Versuch als typische Nebelgranate bezeichnen, widersprechen sich die Kritikpunkte doch bei genauerem Hinsehen selbst. Die grosse Frage ist, ob und wie die Unternehmen diese Empfehlungen nun umsetzen. Im Bereich des Klima-Reportings ist jedenfalls recht viel los: Verkäufe von Geschäftsbereichen, Testphasen von grösseren Projekten und Startups mischen die Szene des Klima-Reportings auf.